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Erhalt des Lehrschwimmbeckens im LWL-Bildungszentrum in Soest

Die LWL-Piraten fordern den Erhalt des Lehrschwimmbeckens in der von-Vincke-Blindenschule in Soest, da dieses für blinde und sehbehinderte Schüler die einzige Möglichkeit darstellt schwimmen zu lernen.

Gruppensprecher der LWL-Piraten und Ratsherr in Soest, Sven Sladek, äußert sich über das Vorhaben der Verwaltung wie folgt: „Wir fordern den Erhalt, da auch sehbehinderte und blinde Kinder schwimmen lernen müssen. Unserer Auffassung nach ist dazu ein besonders gestaltetes Lehrschwimmbecken mit spezieller Akustik und taktilen Hilfen erforderlich, welche in normalen Lehrschwimmbecken anderer Schulen nicht vorhanden sind. Ein Vater eines sehbehinderten Kindes hat es in der letzten Schulausschusssitzung des LWL drastisch beschrieben: Jährlich sterben Kinder in Badeseen, weil die Kenntnisse nicht vorhanden sind und Gefahren falsch eingeschätzt werden. Lernten sehbehinderte Kinder nicht schwimmen, würden mehr Unfälle passieren, mehr Kinder sterben.
Wir sind nicht bereit, diese Schuld auf uns zu nehmen und fordern daher den LWL auf, alles Erdenkliche zu unternehmen, um das Lehrschwimmbecken zu retten!“

2010 stand die Schließung des Schwimmbades bereits zur Debatte. Damals schrieb die Verwaltung, dass sie sich bemühen werde „zumindest für eine begrenzte Anzahl von Schülerinnen und Schülern Möglichkeiten zur Durchführung von Schwimmunterricht zu finden.“ [1]

Dementsprechend war eine Fortsetzung des Schwimmunterrichts zu jener Zeit nicht sicher gestellt, obwohl dies schon damals gesetzlich in den Rahmenvorgaben für den Schulsport (Richtlinien für den Schulsport) verbindlich fest gelegt war.[1] Seinerzeit wurde dieses Vorhaben durch die Politik gekippt [2].

In der aktuellen Vorlage zur Schließung des Schwimmbades schreibt nun die Verwaltung erneut, dass sie nach alternativen Nutzungsmöglichkeiten für das Lehrschwimmbecken suchen werde. [3]

Monika Pieper MdL und Mitglied des LWL-Schulausschusses:
„In sechs Jahren hat es die Verwaltung also nicht geschafft, Ausweichmöglichkeiten zu finden. Gibt es vielleicht gar keine? Dies legt ein Schreiben von 2010 nahe, in dem der damalige Schulleiter der von-Vincke-Schule ein Ausweichen auf andere Lehrschwimmbecken in Soest für unrealistisch erachtet, da diese bereits vollständig und auf lange Sicht ausgebucht seien.
Der Nutzung des einzigen öffentlichen Bades, des Aquafun, widerspricht er eindeutig und führt aus, dass dieses aus sonderpädagogischer Sicht wegen der Raumakustik völlig ungeeignet sei. [4]

Sowohl eine Finanzierung über das Landesprogramm „Gute Schule 2020“ als auch über private Initiativen aus der Soester Unternehmerschaft und des Fördervereins, aus deren Reihen erste Hilfsangebote auftauchen, scheint möglich. [5]
Wir fordern den LWL auf, sich ernsthaft mit diesen Lösungsmöglichkeiten auseinanderzusetzen.

[1] Vorlage der Verwaltung von 2010
[2] Beschluss von 2010
[3] Vorlage der Verwaltung von 2016
[4] Schreiben des Schulrektors der von-Vincke-Schule aus 2010
[5] Vorlage zu „Gute Schule 2020“

Weitere öffentliche Unterlagen zu dem Fall:
Stellungnahme LAG Selbsthilfe NRW 2016
Stellungnahme der Schulkonferenz der von-Vincke-Schule 2016
Ergänzende Stellungnahme der Schulkonferenz der von-Vincke-Schule 2016

Ein Kommentar “Erhalt des Lehrschwimmbeckens im LWL-Bildungszentrum in Soest”

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